H0 Schmalspur

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H0 Schmalspur

Beitrag  Admin am Sa Jul 30, 2011 11:51 am

Ich hoffe, und würde mich freuen, wenn Klaus-Matthias auch noch Fotos zur Verfügung stellen würde

Heute möchte ich jetzt einmal etwas über meine größten „Schätze“ schreiben: Schmalspurbahn-Modelle der ehem. Fa. Herr KG und Zeuke & Wegwerth KG aus den 1960er Jahren.

Die Entwicklung dieser Modelle geht bereits auf die späten 1950er Jahre zurück, denn im Frühjahr 1960 wurde die Anfangspackung mit der Lok 99 694 (BR 99 69-71, ex sä VIK) sowie zwei Einheitspersonenwagen und einem Einheitsgepäckwagen vorgestellt. Zur Leipziger Herbstmesse 1962 folgte das Modell eines sechsachsigen Rollwagens, sowie zur Frühjahresmesse 1963 des gedeckten (GGw) und des offenen (OOw) vierachsigen Güterwagens. Geistiger Vater und Konstrukteur dieser für damalige Verhältnisse hervorragend detaillierten Modelle war der unvergessene Herr Ing. Gerhard Walter † aus Dresden, Inhaber der Fa. Technomodell. Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass mit diesen Modellen europaweit erstmalig eine Modellschmalspurbahn serienmäßig hergestellt wurde!

So schön die Modelle auch waren, ihnen haftete immer die Ungereimtheit der „falschen“ Spurweite an: Die Vorbilder fuhren auf 750 mm Spurweite, was im H0-Maßstab rechnerisch genau 8,6 mm gewesen wäre. Herr Walter strebte deshalb die Entwicklung eines eigenen Modellgleissystems dieser Spurweite an, denn die Nenngröße N mit 9 mm Spurweite gab es damals noch nicht! Durch die Zusammenarbeit mit der Firma Zeuke & Wegwerth und die Auflage, möglichst viele Einzelteile aus deren TT-Fertigung zu verwenden, musste schließlich die 12 mm Spurweite übernommen werden.

Leider waren diese schönen Modelle wirtschaftlich kein Erfolg. Der „Schmalspurgedanke“ war unter den Modelleisenbahnern noch kaum verbreitet. Während sich die wenigen Freunde der Schmalspurbahn sicher sehr gefreut haben werden, wussten viele andere Modellbahner nichts damit anzufangen. Dazu mag auch beigetragen haben, dass die Zugpackung mit „Nebenbahnzug“ etikettiert war. Ein Nebenbahnzug für H0, der auf TT-Gleisen fährt?... So kam es zu einem mir nicht bekannten Zeitpunkt gegen Ende der 1960er Jahre leider schon zur Einstellung der Produktion.

Doch nun zu den Modellen!
Mein bestes Stück ist eine Lokomotive, von der ich nicht genau weiß, was sie ist: Vorserie, Exportware oder doch nur die aller erste Ausführung? Sie weicht in mehreren Details von allen anderen mir bekannten HERR-Schmalspurloks ab, die da wären:

- Die Loklaternen sind nur mit weißer Farbe ausgelegt, nicht wie später üblich mit weißen Plastescheiben beklebt.
- Die Ballastgewichte in den Wasserkästen bestehen aus gefrästen Stahlklötzen (später zusammengenietete Blechpakete).
- Die gesamte Ausführung der Rahmen- und Fahrwerksteile ist extrem sauber und passgerecht!

Leider sind bei diesem sonst sehr gut erhaltenen Modell der Seilrollenhalter am Schornstein (Heberleinbremse) sowie der Rangiergriff auf der vorderen Pufferbohle abgebrochen, was bedauerlicherweise bei vielen dieser Modelle der Fall ist.


Fahrwerk, linke Seite. Auch die Gegenkurbel der Steuerung ist viel sauberer auf dem Kurbelzapfen vernietet als bei späteren Modellen. Die Räder haben noch die Radsterne der TT-Lok BR 81/92.

Die Ballastgewichte. Später wurden diese aus zu einem Paket zusammen genieteter Blechen hergestellt. Das Gewicht in der Rauchkammer war später brüniert.

Das Fahrwerk von unten. Nur die A- und die E-Achse waren durch Radschleifer mit dem Motor elektrisch verbunden. Die C-Achse wurde durch "Zwischenschleifer" zur A- bzw. E-Achse in die Stromabnahme einbezogen. Spätere Modelle haben Radschleifer auf der A-, B-, D- und E-Achse.

Beitrag erstellt und per Mail versendet von Klaus-Matthias Köpp
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